

Aktualisiert: 27. Oktober 2026
Rund um Diversifikation kursieren viele pauschale Aussagen – etwa, dass "ein ETF allein nicht reicht". Richtig ist: Es kommt darauf an, was der ETF abbildet und welches Risiko du überhaupt streuen willst.
Was ein breiter ETF schon leistet
Die BaFin beschreibt ETFs als Möglichkeit, "relativ bequem, kostengünstig und breit gestreut" in Wertpapiere anzulegen. Ein weltweit streuender Aktien-ETF kann damit bereits eine sehr breite Diversifikation über viele Unternehmen und Länder abbilden. Die Vorstellung, ein einzelner breiter ETF sei grundsätzlich "zu wenig gestreut", trifft in dieser Pauschalität nicht zu.
Wo die Grenzen der Streuung liegen
Diversifikation reduziert Einzelwertrisiken, nicht das Marktrisiko. Die BaFin betont, dass Risikostreuung nur funktioniert, solange nicht die gesamte Anlageklasse von einem Abschwung betroffen ist. Ein Aktien-ETF bleibt also voll den Schwankungen des Aktienmarkts ausgesetzt – breite Streuung schützt nicht vor einem allgemeinen Kursrückgang.
Sinnvolle Diversifikation – statt Scheinstreuung
- Über Anlageklassen streuen (z. B. Aktien, Anleihen, Liquidität), nicht nur innerhalb einer Klasse.
- Anlagehorizont, Kosten und Risikotragfähigkeit beachten (magisches Dreieck der BaFin).
- Neben Aktien kann auch ein Notgroschen auf dem Tagesgeld Teil der Risikosteuerung sein – Sicherheit und Verfügbarkeit zählen genauso wie Rendite.
- Keine Scheindiversifikation durch viele ähnliche, sich überschneidende Produkte.
Mehr Produkte bedeuten also nicht automatisch mehr Streuung: Fünf Aktien-ETFs auf stark überlappende Indizes diversifizieren kaum besser als einer. Entscheidend ist, dass sich die Bausteine im Risiko tatsächlich unterscheiden. Ob sich darüber hinaus "auf mehreren Ebenen Steuern sparen" lässt, hängt von Produkttyp und individueller Lage ab und ist kein Selbstläufer. Dies ist allgemeine Information, keine Anlage- oder Steuerberatung.
Quellen & Stand: BaFin-Verbraucherinfos zu ETFs und zum "Einmaleins der Geldanlage". Redaktioneller Stand: 27. Oktober 2026.
- BaFin: ETFs – Chancen und Risiken für Verbraucher
- BaFin: Einmaleins der Geldanlage (magisches Dreieck, Risikostreuung)
Finde heraus, wie viel Steuerpotenzial in deiner aktuellen Situation steckt – kostenlos und unverbindlich.
Jetzt kostenloses Erstgespräch buchen →ShareTweetPin itShare

Niclas Denzer ist Gründer und Geschäftsführer von NC Finance in Hamburg. Mit Erfahrung in den Bereichen Bank, Versicherung, Immobilien und Private Wealth begleitet er Gutverdiener, Akademiker und Unternehmer beim strukturierten Vermögensaufbau.