Das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung ist einer der wichtigsten Mechanismen im deutschen Rentensystem. Es bestimmt, wie viel Steuern du im Alter auf deine Rente zahlen – und bietet bei richtiger Planung erhebliche Vorteile.
Das Grundprinzip
Nachgelagerte Besteuerung bedeutet: Beiträge zur Altersvorsorge werden in der Ansparphase steuerfrei gestellt, dafür wird die spätere Rente besteuert. Das Gegenstück ist die vorgelagerte Besteuerung, bei der Beiträge aus versteuertem Einkommen gezahlt werden und die Rente dann steuerfrei (oder steuerbegünstigt) ist.

Übergangsphase seit dem Alterseinkünftegesetz 2005
Seit 2005 wird schrittweise von der vorgelagerten auf die nachgelagerte Besteuerung umgestellt:
| Rentenbeginn | Besteuerungsanteil | Steuerfreier Anteil |
|---|---|---|
| 2005 | 50 % | 50 % |
| 2010 | 60 % | 40 % |
| 2015 | 70 % | 30 % |
| 2020 | 80 % | 20 % |
| 2025 | 85 % | 15 % |
| 2030 | 90 % | 10 % |
| 2040 | 95 % | 5 % |
| Ab 2058 | 100 % | 0 % |
Warum profitieren Gutverdiener?
Der strukturelle Vorteil liegt im Steuersatzgefälle: Während der Erwerbsphase liegt der Grenzsteuersatz oft bei 42 % oder höher. Im Ruhestand sinkt er typischerweise auf 25-30 %. Die Differenz ist der effektive Steuervorteil der nachgelagerten Besteuerung.
Beispiel: 10.000 € Rürup-Beitrag bei 42 % Grenzsteuersatz spart 4.200 € Steuern. Die spätere Rente wird mit ca. 28 % besteuert – effektiver Steuervorteil: 14 Prozentpunkte.
Welche Renten sind nachgelagert besteuert?
- Gesetzliche Rente (GRV)
- Rürup-Rente / Basisrente
- Renten aus berufsständischen Versorgungswerken
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Nicht nachgelagert, sondern mit Ertragsanteil besteuert: Private Rentenversicherungen (Schicht 3).
Fazit
Die nachgelagerte Besteuerung ist für Gutverdiener ein klarer Vorteil – vorausgesetzt, der Steuersatz im Alter liegt deutlich unter dem in der Erwerbsphase. Nutzen du diesen Effekt, indem du die steuerlich geförderten Vorsorgewege (Rürup, bAV) maximal ausschöpfen.
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