Als Selbstständiger oder Freiberufler fehlt dir die gesetzliche Rentenversicherung als automatisches Sicherheitsnetz. Gleichzeitig zahlst du in guten Jahren oft einen hohen Grenzsteuersatz. Die Basisrente, besser bekannt als Rürup-Rente, verbindet beides: Sie baut eine lebenslange Rente auf und senkt gleichzeitig deine Steuerlast im Jahr der Einzahlung. Wer sie richtig nutzt, verschiebt Liquidität dorthin, wo sie später gebraucht wird – ohne heute mehr netto einzubüßen, als nötig ist.
Was die Basisrente von anderen Vorsorgeformen unterscheidet
Die Rürup-Rente ist steuerlich der gesetzlichen Rentenversicherung nachgebildet. Das bringt zwei Eigenschaften mit sich, die du kennen solltest, bevor du dich für dieses Produkt entscheidest:
- Die Auszahlung erfolgt ausschließlich als lebenslange monatliche Rente – ein Kapitalwahlrecht wie bei anderen privaten Rentenversicherungen gibt es nicht.
- Das Guthaben ist nicht vererbbar, nicht beleihbar, nicht übertragbar und nicht vorzeitig kündbar. Ausnahmen bestehen nur für eingeschlossene Zusatzabsicherungen wie eine Hinterbliebenenrente für Ehepartner und Kinder.
- Dafür ist die Basisrente pfändungs- und Hartz-IV-geschützt – ein Aspekt, der für Selbstständige mit unternehmerischem Risiko durchaus relevant sein kann.
Diese Bindung ist der Preis für den steuerlichen Vorteil. Wer Wert auf Flexibilität legt, kombiniert die Basisrente daher meist mit liquideren Bausteinen wie einem ETF-Depot oder einer Immobilie als Kapitalanlage.
So wirkt der Steuereffekt
Beiträge zur Basisrente zählst du als Sonderausgaben in deiner Einkommensteuererklärung geltend. Seit dem Steuerjahr 2023 sind diese Beiträge zu 100 Prozent absetzbar – die vollständige Abzugsfähigkeit war ursprünglich erst für 2025 vorgesehen und wurde durch das Wachstumschancengesetz vorgezogen. Begrenzt ist der Abzug durch einen jährlichen Höchstbetrag, der sich am Höchstbeitrag der knappschaftlichen Rentenversicherung orientiert und regelmäßig angepasst wird.
| Merkmal | Richtwert (Stand 2024, jährliche Anpassung beachten) |
|---|---|
| Absetzbarer Anteil der Beiträge | 100 % als Sonderausgaben |
| Höchstbetrag Alleinstehende | rund 27.500 Euro pro Jahr |
| Höchstbetrag zusammenveranlagte Paare | rund 55.000 Euro pro Jahr |
| Auszahlungsform | lebenslange monatliche Rente |
| Frühester Rentenbeginn | ab vollendetem 62. Lebensjahr |
Die genauen Euro-Grenzen ändern sich jedes Jahr. Für deine individuelle Planung zählt daher immer der aktuell gültige Höchstbetrag des jeweiligen Steuerjahres.
Rechenbeispiel: Steuerersparnis für eine Freiberuflerin
Eine 45-jährige Freiberuflerin mit einem zu versteuernden Einkommen von 90.000 Euro liegt nahe am Spitzensteuersatz und hat einen Grenzsteuersatz von rund 42 Prozent. Zahlt sie 15.000 Euro pro Jahr in eine Basisrente ein, mindert dieser Betrag in voller Höhe ihr zu versteuerndes Einkommen. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent ergibt sich daraus eine Steuerersparnis von rund 6.300 Euro – zuzüglich Solidaritätszuschlag. Effektiv kostet sie der Vorsorgebeitrag im laufenden Jahr also spürbar weniger als die eingezahlten 15.000 Euro. Im Gegenzug muss sie berücksichtigen, dass die spätere Rente aus der Basisrente in der Auszahlungsphase versteuert wird – der Steuervorteil ist also eine Verschiebung, keine vollständige Ersparnis.
Für wen sich die Rürup-Rente eignet
Am stärksten wirkt der Effekt bei hohen und schwankenden Einkünften, wie sie für Ärzte, Kanzleiinhaber, Unternehmer und andere Freiberufler typisch sind. Wer in ertragsstarken Jahren höhere Beiträge einzahlt, glättet damit gleichzeitig die eigene Steuerprogression. Sinnvoll ist die Basisrente vor allem dann, wenn:
- bereits ein Grundstock an liquiden Rücklagen und flexibel verfügbarem Vermögen besteht,
- keine gesetzliche Rentenversicherung oder ein berufsständisches Versorgungswerk die Grundabsicherung übernimmt,
- der persönliche Grenzsteuersatz heute spürbar über dem erwarteten Steuersatz im Ruhestand liegt.
Weniger geeignet ist die Basisrente für Gründer mit angespannter Liquidität oder für alle, die absehbar auf das eingezahlte Kapital zugreifen müssen. Hier verschenkt die Bindung des Produkts an dich, was der Steuervorteil einbringt.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Am Markt gibt es klassische, verzinste Basisrenten und fondsgebundene Varianten. Bei einer langen Laufzeit bis zum Rentenbeginn spielt die Kostenstruktur des Vertrags eine erhebliche Rolle für die spätere Rentenhöhe, ebenso die Frage, ob und wie eine Berufsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenabsicherung eingeschlossen wird. Eine Basisrente lohnt sich in aller Regel nur als ein Baustein neben anderen Vorsorgeformen – etwa einem Immobilieninvestment als Kapitalanlage oder einem breit gestreuten Wertpapierdepot –, damit du im Ruhestand sowohl planbare als auch flexibel verfügbare Einkünfte hast.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Ausführungen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine individuelle Prüfung deiner persönlichen Situation durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.
Passt die Basisrente zu deiner Vorsorgestrategie?
Ob sich eine Rürup-Rente für dich lohnt, hängt von deinem Einkommen, deiner Steuerlast und deinen übrigen Vorsorgebausteinen ab. Gemeinsam prüfen wir, wie ein stimmiges Gesamtkonzept für dich aussehen kann.
Autor: Niclas Denzer | NC Finance Vermögensberatungsgesellschaft | Stand: August 2026















